Toni Wojnarski wurde 1956 als Sohn polnischer Einwanderer in Madrid geboren. Toni ist zusammen mit seinen drei Geschwistern im Zürcher Aussenquartier Seebach aufgewachsen und mit 22 Jahren in die Innenstadt übersiedelt. Mit 31 ist er in die Wohngemeinschaft an der Sonneggstrasse gezogen, wo er seitdem über die Jahre hin mit mindestens 60 verschiedenen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern gelebt hat. Nach einer abgebrochenen Verkäuferlehre hat Toni eine Ausbildung an der Handelsschule absolviert und in Folge verschiedene Arbeitstellen in Büros angetreten, für die er sich eher aus Verlegenheit denn aus Überzeugung verpflichtet hatte. Seit Oktober 1985 ist Toni als Zeitungs-Nachtausträger tätig, und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Toni ist viel in der Welt umhergereist: Neben längeren Aufenthalten bei seinen Verwandten und Freunden in Polen unternahm er Sprachreisen nach England und Nordfrankreich. 1982 war Wojnarski ein Jahr in Asien: in Indien, Nepal und Pakistan, und kam über den Landweg zurück in die Schweiz. Ausserdem bereiste Toni 1998 Mexiko und Guatemala, Anfang der 90er die USA, 2002 Ecuador, Kolumbien und Venezuela und 2005 Cuba. Als er im Alter von 15 Jahren das Buch "All You Need is Love" über die Beatles las, war das für ihn eine Epiphanie. Seine leidenschaftliche Liebe zur Rockmusik wurde geweckt. Seitdem hat er bis heute rund 100 Rock-, Folk- und Blues-Konzerte, darunter auch die Rolling Stones 1995 und 2006, besucht. Schon früh war Toni ein sensibler Beobachter des welt- aber auch alltagspolitischen Geschehens: die 1. Mai-Demonstration gegen den Vietnam-Krieg hat ihm ganz besonders imponiert, und auch die Jugendunruhen Anfang der 1980er Jahre hat er mit Interesse verfolgt. Insgesamt ist er aber ein zurückgezogener und diskreter politischer Kämpfer, dem laute Demonstrationen nicht behagen; er möchte sich darum auch lieber für längerfristige Fragen der Erziehung und Geschichte einsetzen, soweit ihm das seine Mittel ermöglichen. Als sein Vater Tadeusz Wojnarski im Jahre 2000 gestorben ist, entschied er sich, dessen unter dem Pseudonym Jan Pyl erschienene Buch "Opowiadania z wczesnej mlodosci" ins Deutsche zu übersetzen. Tag für Tag hat Toni während 5 Jahren die zerrüttelten Kindheitserinnerungen seines Vaters übersetzt, die von der frühen Jugend im russischen Gefangenenlager, den Strapazen des Krieges und der Übersiedlung nach Spanien erzählt. Auch auf praktischer Ebene hat diese Tätigkeit Tonis Leben geprägt, denn er hat sich zu diesem Zweck eigens einen Computer angeschafft. Die Redaktionsarbeiten und die Suche nach einem Verleger sind nun am laufen. Neben Toni Wojnarskis beruflichen und oben erwähnten Tätigkeiten betreibt Toni seit 15 Jahren regelmässig Karate. Er trainiert täglich zwei Stunden für sich auf dem Gartenvorplatz und am Dojo seines Klubs. Ein weiteres, gewissenhaft betriebenes Hobby von Toni ist das Selbststudium in Spanisch, wo er zwar vor kurzem alle Methoden durchgenommen hat, und sich darum vielleicht zum Ziel nehmen wird, eine weitere Sprache zu erlernen. |